wie ja allgemein bekannt, wurde den kindern in der ddr buratino statt pinoccio, mischka bär statt mikey mouse und karl marx statt karl may vorgesetzt. für die karriere war es wichtig, gojko mitic zu lieben und gefährlich, pierre brice zu kennen. und so kennt herr ü. die zyklische krise des kapitals besser als die geschichten aus büllerbü. tatsächlich hörte man etwa in der sechsten klasse erstmals davon. und so ist es selbstverständlich, dass herr ü. sich auch dieses mal wieder antizyklisch verhält.
herr ü. hatte den kapitalismus tief eingeatmet, damals, als man den ramazotti plötzlich auch trinken konnte. kapital ist geronnene arbeit, kapitalismus ein system in dem der mehrwert zum besitzer der produktionsmittel und nicht zum besitzer der arbeitskraft fliesst. ob man das für richtig oder auch nicht hält, daran scheidet sich rechts und links. so weit so gut so banal.
kapitalismus ist aber auch und eigentlich, wenn der (moralisch unrechtmässige) besitzer dieses mehrwertes beginnt, damit zu handeln. "das geld arbeiten zu lassen" wie es euphemistisch heisst. nur kann geld nicht arbeiten, und auch der zinsgewinn musste irgendwo an einem anderen ort geschaffen werden. die chinesen in der dafür geschaffenen fabrik bauen uns nicht nur die i-pods, sondern auch den zinsgewinn auf unsere anlagen. den realen. der irreale kommt aus der luft und verschwindet dahin auch wieder, wie in den letzten monaten gesehen.
wer kein kapital hat, kann trotzdem mitspielen und zwar auf kredit. es entwickelten sich ungeahnt grosse blüten des negativen kapitalismus, der kreditwirtschaft. solche herr ü.s können teilhaben an der reichwerdung der reichen, in dem sie kredit aufnehmen und damit die selben sachen kaufen, wie die, die positiven kapitalismus betreiben. das hat keinen effekt, ausser dem für den ersten moment genau so auszusehen wie die, in deren soziale höhen man erstrebt. urspiessig ist das. die kreditwirtschaft giert nach gewinn und beginnt zukünftige arbeitskraft zu handeln und der kreditnehmer zockt kräftig mit. in der hoffnung, auch später noch arbeitskraft zu sein. so entstand die hypotheken und kreditkrise.
herr ü. war lange zeit ein negativer kapitalist. doch systemkritisch wie er als alter wiederständler nun mal seit dem kindergarten ist, bewegt er sich antizyklisch und hatte just als die krise ausbrach keine schulden mehr.
mit diesem neuen, soliden lebensgefühl verfolgt herr ü. die neue weltwirtschaftskrise und schüttelt mit dem kopf. darüber, dass man mit richtiger politik so falsch liegen kann (merkel) und andersherum (sarkozy). aber auch welche wege aus der krise heraus jetzt gesucht werden.
wir haben eine krise, die auf riesigen kredit und also schuldenbergen beruht und der weg da heraus soll durch die aufnahme noch viel gigantischerer schulden ganzer staaten geebnet werden. herr ü. macht sich erntshaft sorgen, über eine welt, der nichts anderes einfällt als zu produzieren und zu verbrauchen damit das system läuft.
und es ist bestürzend eine derart diskreditierte linke zu sehen, dass auch jetzt in dieser situation das grundlegende system nicht hinterfragt wird. darum mag herr ü. die beruflslinken auch nicht. sie besetzen einen platz mit ihrem klamauk, der leuten mit wirklichen ideen gehören sollte und nicht hummerfressenden berufsrevolutionären.
(herr ü. frisst auch ab und an hummer, aber er tut nicht, als sei er der reinkarnierte karl liebknecht)
und hier im illustren teil noch einige filmli zum thema und zur entspannung:
gojiko 1977
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schmidt über pierre brice
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herr ü. und pierre brice:
herr ü. als höflicher paparazzi
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